Fliegen ohne Strömung
Flight without flow

Ruder: Querruder (Aileron), Seitenruder (Rudder), Höhenruder (Elevator)

Bei der Beschreibung der Wirkung von Rudern, egal ob Quer-, Seiten- oder Höhenruder, wird meines Erachtens Bernoulli am stärksten „verbogen“. Nach Bernoulli soll durch ein ausgelenktes Ruder der Weg für die „Strömung“ außen herum verlängert werden. Dadurch soll dann durch die beschleunigte „Strömung“ ein Unterdruck erzeugt werden, der dann wiederum die entsprechende Steuerfläche in die gewünschte Richtung zieht...

Machen Sie doch mal folgenden Versuch: Fahren Sie mit Ihrem Auto (bitte nicht zu schnell) mit geöffneter Seitenscheibe und halten die Hand (oder besser noch ein kleines Holzbrett) waagerecht aus dem Fenster. Jetzt drehen Sie die Hand (oder das Brett) leicht nach oben oder nach unten. Sie werden spüren wie die Hand kräftig nach oben oder unten gedrückt wird und das ganz bestimmt nicht durch den Unterdruck, sondern durch die von der Hand (oder Brett) umgelenkte Luftmasse (Newton), ...ähnlich wie ein Wellenreiter oder Windsurfer (mit einem viel zu kleinen Brett), sich nur durch den dynamischen Auftrieb an der Wasseroberfläche halten kann!


Ganz besonders deutlich wird es, wenn man sich ein Ruder mit „Lastausgleich“ betrachtet, d.h. ein Teil des Ruders lenkt genau zur anderen Seite aus und ragt damit direkt in den „Luftstrom“. Der Sinn eines solchen Ruders liegt darin, dass die Kräfte, die man benötigt um das Ruder aus zu lenken, an der Rudermaschine oder am Steuerhorn geringer werden.

Nach Bernoulli müsste die Wirkung des Ruders damit ebenfalls geringer werden (weil die Ruderlänge, an der die Stromlinien beschleunigt werden, dadurch kürzer ist), ...das genaue Gegenteil ist aber der Fall! Trotz geringerer Steuerkräfte wird die Wirkung des Ruders erhöht!